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Kontaktlinsen rausnehmen: So gelingt die Entfernung ohne Stress

Linsenkontakt24.de
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Der Zeigefinger nähert sich dem Auge, das Lid schließt sich reflexartig, und die Linse sitzt nach fünf Minuten immer noch fest am Platz. Wer bisher nur wenige Male weiche Linsen getragen hat, kennt diese Situation aus eigener Erfahrung, und tatsächlich bereitet das Herausnehmen vielen Trägern mehr Mühe als das Einsetzen.

Warum das Rausnehmen manchmal schwerer fällt als das Einsetzen

Beim Einsetzen liegt die Linse locker auf der Fingerkuppe, beim Herausnehmen dagegen muss sie erst vom Auge gelöst werden, ohne dass die Haftung durch die Tränenflüssigkeit stört. Gegen Abend ist das Auge häufig trockener als morgens, die Linse klebt dadurch fester an der Hornhaut. Kommt Nervosität dazu, blinzelt das Lid genau in dem Moment, in dem der Finger die Linse greifen will. Das Ergebnis: mehrere Anläufe, gerötete Augen und der Eindruck, etwas grundsätzlich falsch zu machen, obwohl meist nur die Vorbereitung fehlt.

Die richtige Vorbereitung vor dem Entfernen

Hände waschen und Fingernägel beachten

Saubere, trockene Hände sind auch beim Herausnehmen Pflicht. Seifenreste oder Handcreme setzen sich sonst auf der Linse ab und reizen das Auge zusätzlich. Wer lange oder scharfkantige Fingernägel hat, sollte bewusst mit den Fingerkuppen arbeiten statt mit den Nagelspitzen, dazu später mehr im Abschnitt zu diesem Thema.

Den richtigen Moment abwarten

Ein Auge, das sich bereits trocken oder gereizt anfühlt, lässt die Linse schlechter los. Ein bis zwei Tropfen befeuchtende Augentropfen kurz vor dem Entfernen lockern die Verbindung zwischen Linse und Hornhaut spürbar. Wer nach einem langen Bildschirmtag oder einer trockenen Klimaanlage im Büro Probleme hat, profitiert besonders von diesem kleinen Zwischenschritt.

Hilfsmittel griffbereit legen

Ein Linsensauger oder eine spezielle Pinzette für formstabile Linsen liegt am besten schon bereit, bevor der erste Versuch beginnt. Gerade bei formstabilen Linsen oder bei stark ausgetrockneten weichen Linsen erspart das Hilfsmittel unnötige Nervosität.

Kontaktlinsen rausnehmen: Schritt für Schritt bei weichen Linsen

  1. Nach oben schauen und mit dem Mittelfinger der einen Hand das untere Lid nach unten ziehen.

  2. Mit der Zeigefingerspitze der anderen Hand von unten an die Linse herangehen.

  3. Die Linse mit sanftem Druck zur unteren Lidkante schieben.

  4. Linse und unteres Lid gleichzeitig leicht zusammendrücken, bis sich die Linse vom Auge löst.

  5. Die gelöste Linse zwischen Daumen und Zeigefinger vorsichtig abnehmen.

Diese Reihenfolge funktioniert deshalb zuverlässig, weil die Linse nicht direkt vom Auge abgezogen, sondern erst zur Seite verschoben wird. Der Kontakt zur empfindlichen Hornhautmitte bleibt dabei minimal.

Formstabile Linsen entfernen

Formstabile Linsen lassen sich anders lösen als weiche. Mit einem Finger jeder Hand die Augenwinkel leicht nach außen ziehen und gleichzeitig zwinkern, meist springt die Linse dabei von selbst aus dem Auge und lässt sich mit der freien Hand auffangen. Wer diese Bewegung scheut, greift stattdessen zu einem Sauger, der direkt auf die Linsenoberfläche gesetzt wird und sie behutsam abhebt.

Techniken ohne direkten Fingerkontakt mit der Hornhaut

Viele Träger fürchten vor allem den Moment, in dem der Finger das Auge selbst berührt. Die Lidrand-Methode löst dieses Problem, denn dabei berührt der Finger nie die Hornhaut, sondern nur den äußeren Lidbereich und die zur Seite geschobene Linse. Alternativ übernimmt ein Sauger die eigentliche Berührung der Linse, die Finger bleiben dabei komplett außerhalb des Augapfels. Wer diese Methoden einige Male geübt hat, verliert die anfängliche Scheu meist schnell.

Kontaktlinsen entfernen mit langen Fingernägeln

Lange Nägel gehören zu den häufigsten Gründen für Kratzer auf weichen Linsen und kleine Verletzungen am Lidrand. Die Lösung liegt nicht darin, die Nägel zu kürzen, sondern die Technik anzupassen. Statt mit der Fingerspitze direkt an die Linse zu gehen, kommt die Fingerkuppe seitlich zum Einsatz, mit dem Nagel nach außen gedreht. Noch einfacher gelingt es mit einem Sauger, der die Linse ohne jeden Fingerkontakt vom Auge löst. Auch ein leicht angefeuchtetes Silikonpad, wie es in vielen Pflegesets enthalten ist, erleichtert das Greifen erheblich, ohne dass der Nagel überhaupt in die Nähe des Auges kommt.

Was tun, wenn die Linse nicht rausgehen will

Sitzt die Linse nach mehreren Versuchen immer noch fest, hilft meist eine kurze Pause. Ein bis zwei Tropfen Tränenersatzflüssigkeit einbringen, ein paar Minuten warten und erneut probieren, das löst die häufigste Ursache: ein zu trockenes Auge. Wichtig ist dabei, Ruhe zu bewahren, denn Anspannung verstärkt den Lidschlussreflex und macht jeden weiteren Versuch schwerer. Eine Linse kann sich auch verschoben haben und liegt dann seitlich auf der weißen Bindehaut statt mittig auf der Hornhaut, in diesem Fall hilft ein Blick in Richtung der Linse und ein vorsichtiges Zurückschieben mit sauberem Finger, bevor die eigentliche Entfernung erneut beginnt. Anhaltende Schmerzen, ein Fremdkörpergefühl trotz erfolgreicher Entfernung oder eine Linse, die sich über Stunden nicht lösen lässt, sind ein klares Signal für den Besuch beim Augenarzt oder Optiker.

Nach dem Rausnehmen: Pflege und Augengesundheit

Direkt nach der Entfernung gehört die Linse in frische Pflegelösung, niemals in abgestandene Flüssigkeit aus dem Behälter vom Vortag. Der Behälter selbst sollte regelmäßig ausgetauscht werden, da sich dort mit der Zeit Ablagerungen bilden können. Wer die Augen nach einem langen Tragetag zusätzlich entlasten möchte, gönnt ihnen bewusst ein bis zwei linsenfreie Stunden vor dem Schlafengehen. Diese kleinen Pausen unterstützen die natürliche Sauerstoffversorgung der Hornhaut und wirken sich langfristig positiv auf die Verträglichkeit aus.

Kontaktlinsen vor dem Augenarzttermin absetzen

Vor einer Routineuntersuchung reicht bei weichen Linsen meist eine Tragepause von ein bis zwei Tagen, damit sich die Hornhaut in ihren natürlichen Zustand zurückformt. Bei formstabilen Linsen braucht die Hornhaut deutlich länger, hier sprechen Fachleute je nach Tragedauer und individueller Anpassung von mehreren Wochen, besonders wenn eine Hornhauttopografie oder eine Untersuchung vor einer Laserbehandlung ansteht. Die genaue Dauer legt am besten die Praxis selbst fest, da sie von der bisherigen Tragezeit und dem Linsentyp abhängt.

Häufig gestellte Fragen

Was tun, wenn die Kontaktlinse nicht raus will?

Zunächst ein bis zwei Tropfen befeuchtende Augentropfen einbringen und kurz warten, denn meist klebt die Linse aufgrund eines zu trockenen Auges fest. Danach in Ruhe die Lidrand-Methode anwenden, ohne Druck aufzubauen. Bleibt die Linse dennoch fest, lohnt sich ein Kontrollblick in den Spiegel, ob sie sich eventuell seitlich verschoben hat.

Wie kann ich Kontaktlinsen entfernen, ohne ins Auge zu fassen?

Die Lidrand-Methode kommt ganz ohne direkten Griff auf die Hornhaut aus, da die Linse erst zur Lidkante geschoben und dort gefasst wird. Ein Linsensauger ist die zweite Option, er berührt ausschließlich die Linsenoberfläche und übernimmt praktisch die gesamte Handbewegung.

Wie kriegt man Kontaktlinsen raus mit langen Nägeln?

Am zuverlässigsten gelingt das mit einem Linsensauger oder einem Silikonpad aus dem Pflegeset, da beide ganz ohne Fingerkontakt mit dem Auge auskommen. Wer ohne Hilfsmittel arbeitet, dreht die Fingerkuppe so, dass der Nagel nach außen zeigt, und nutzt ausschließlich das weiche Fingerpolster.

Wie lange darf man Kontaktlinsen vor dem Augenarzt raus?

Bei weichen Linsen genügt für die meisten Routinetermine eine Pause von ein bis zwei Tagen. Formstabile Linsen benötigen deutlich mehr Zeit, oft mehrere Wochen, damit die Hornhaut ihre ursprüngliche Form wieder vollständig annimmt. Die Praxis gibt hierzu die passende Empfehlung für den jeweiligen Untersuchungstyp.

Wie lange dauert es, bis Augen sich von Kontaktlinsen erholen?

Nach einem gewöhnlichen Tragetag reichen der Hornhaut meist wenige Stunden ohne Linsen, um sich vollständig zu regenerieren. Nach längeren Phasen intensiven Tragens oder bei spürbarer Trockenheit dauert die Erholung mehrere Tage, in seltenen Fällen mit stärkeren Beschwerden auch länger. Regelmäßige linsenfreie Pausen im Alltag beschleunigen diesen Prozess spürbar.